
Studie zu Langzeitfolgen von E-Zigaretten-Gebrauch: Untersuchung der Auswirkungen über 3,5 Jahre
Klinische Parameter, Lungenfunktion und respiratorische Parameter im wissenschaftlichen Fokus
In den vergangenen Jahren wurde regelmäßig über neue Untersuchungen zu E-Zigaretten berichtet, wobei häufig auf das Fehlen von Langzeitstudien hingewiesen wurde. Diese Thematik wurde sowohl in der politischen Debatte als auch in der medialen Berichterstattung aufgegriffen, insbesondere im Hinblick auf den Vergleich zwischen E-Zigaretten und herkömmlichen Tabakzigaretten sowie potenzielle Auswirkungen auf die Atemwege.
Zwischenzeitlich wurde eine Langzeituntersuchung zum E-Zigaretten-Konsum veröffentlicht, die physiologische Parameter über einen Zeitraum von mehreren Jahren betrachtet. Die vorliegenden Daten untersuchen klinische Parameter bei regelmäßiger Nutzung über einen längeren Zeitraum. Die Ergebnisse werden im Kontext von Konzepten zur Schadensminimierung (Harm Reduction) diskutiert, wie sie auch in Berichten der Bundesregierung Erwähnung finden. Die Studie befasst sich mit den Auswirkungen des Dampfens auf die Lungenfunktion und wurde im renommierten Fachmagazin „Nature Scientific Reports“ publiziert.
„Diese Studie untersucht die gesundheitlichen Aspekte bei der Nutzung von E-Zigaretten über einen Zeitraum von 3,5 Jahren. Da die Datenlage zu Langzeitfolgen bei Nie-Rauchern bisher gering war, liefert diese Untersuchung eine Grundlage für die weitere wissenschaftliche Diskussion.“
— Zusammenfassung der Kerninhalte nach Prof. Dr. Riccardo Polosa
Urheber der Studie ist Prof. Dr. Riccardo Polosa, Direktor des Instituts für Innere Medizin und Klinische Immunologie an der Universität von Catania. Eine detaillierte Auswertung der Methodik ist im Fachmagazin Nature erschienen.
📊 Zentrale Parameter der Untersuchung
- 📈 Über einen Zeitraum von 3,5 Jahren wurden bei den Teilnehmern die Lungenfunktion und der Blutdruck dokumentiert.
- 🎯 Die Studie verzeichnete innerhalb des Beobachtungszeitraums keine signifikanten Veränderungen der gemessenen physiologischen Werte bei den Testpersonen.
- 👥 Das Studiendesign umfasst eine Kontrollgruppe und konzentriert sich auf Probanden ohne vorherige Tabakhistorie.
🧪 Methodik und Versuchsaufbau
Ein methodischer Aspekt bisheriger Untersuchungen war die Abgrenzung von Vorbelastungen durch früheren Tabakkonsum. Um dieses Feld zu isolieren, wurden für diese Studie Personen ausgewählt, die zuvor nicht geraucht hatten. Die Untersuchungsgruppe bestand aus neun täglichen Nutzern von E-Zigaretten ohne Tabakhistorie und einer Referenzgruppe von zwölf Personen, die weder rauchen noch dampfen (mittleres Alter 29,7 Jahre).
Bei der Erhebung gesundheitlicher Parameter ist die Trennung von Reaktionen auf Aerosol-Emissionen und Folgen einer früheren Rauchgeschichte ein zentraler Faktor für die Validität der Daten. Der Versuchsaufbau folgte wissenschaftlichen Standards zur Erhebung klinischer Biomarker.
📋 Fokussierte klinische Messwerte:
🔹 Blutdruck und Herzfrequenz
🔹 Körpergewicht
🔹 Kohlenmonoxid (eCO) & Stickstoffmonoxid (eNO) in der Atemluft
🔹 HRCT (hochauflösende Computertomographie) der Lunge

Auf Basis der Untersuchungen über den Zeitraum von 3,5 Jahren wurden Daten zum täglichen Gebrauch erhoben. Im Rahmen der HRCT-Untersuchungen der Lunge sowie bei der Erfassung respiratorischer Symptome wurden bei den Studienteilnehmern keine pathologischen Befunde im Vergleich zur Kontrollgruppe dokumentiert. Während Langzeitfolgen über noch größere Zeiträume weiterhin Gegenstand der Forschung bleiben, liefert diese Studie Daten für die Anwendung bei jüngeren Nutzern ohne vorherigen Tabakkonsum.
Die Teilnehmer wurden unter anderem über Befragungen in Fachgeschäften identifiziert. Nutzer, die sowohl Tabak als auch E-Zigaretten konsumierten (Dual Use), wurden ausgeschlossen. Als „Nie-Raucher“ wurden gemäß Studiendefinition Personen eingestuft, die in ihrem Leben weniger als 100 Tabakzigaretten konsumiert hatten.

- Weniger als 100 Zigaretten in der Lebenshistorie.
- Täglicher E-Zigaretten-Konsum seit mindestens drei Monaten.
- Kontrollgruppe ohne Konsum von Tabak- oder E-Zigaretten.
📑 Studienergebnisse im Detail
„In einer Gruppe von jungen Erwachsenen, die täglich E-Zigaretten nutzen und zuvor nie geraucht hatten, konnten über einen Zeitraum von ca. 3,5 Jahren keine Verminderungen des Lungenvolumens oder Veränderungen der Entzündungsmarker in der Atemluft festgestellt werden. Auch im CT-Scan zeigten sich keine Anzeichen für frühe Lungenschäden im Vergleich zur Kontrollgruppe. Veränderungen des Blutdrucks oder der Herzfrequenz wurden nicht gemessen.“
— Prof. Dr. Riccardo Polosa, et al., Health impact of E-cigarettes.
Die Studie dokumentiert den gesundheitlichen Zustand der Teilnehmer über 3,5 Jahre und vergleicht diesen mit einer Kontrollgruppe. Während der Laufzeit der Untersuchung wechselte keiner der E-Zigaretten-Nutzer zum Tabakkonsum. In der Kontrollgruppe begannen zwei Personen mit dem Rauchen von Tabakzigaretten.
🎓 Studienleitung & Hintergrund
Prof. Dr. Riccardo Polosa ist Direktor des Instituts für Innere Medizin und Klinische Immunologie an der Universität von Catania. Er befasst sich seit Jahren mit der Analyse von Aerosolen. Neben der im Fachmagazin „Nature“ veröffentlichten Arbeit „Health Impact of E-Cigarettes“ hat er zahlreiche wissenschaftliche Beiträge im Bereich der Tabakforschung publiziert.
In einem Interview erläutert Dr. Polosa die Einordnung der Ergebnisse, die Methodik der Untersuchung von Diacetyl-Konzentrationen sowie die Darstellung von E-Zigaretten in der wissenschaftlichen Berichterstattung.
🗂️ Quellenangabe & Publikation:
- Quellen: Nature Scientific Reports, University of Catania.
- Offizielle Fachpublikation: Polosa, R., Cibella, F., Caponnetto, P. et al. Health impact of E-cigarettes: a prospective 3.5-year study of regular users who have never smoked. Sci Rep 7, 13825 (2017). Veröffentlicht im Fachmagazin Nature Scientific Reports.










